20.12.2009
Eventrecorder
Viele Herzrhythmusstörungen gehen mit “Herzrasen” oder anderen Beschwerden einher. Häufig bewirken sie eine ausgesprochenen Einschnitt in die Lebensqualität und einen hohen Leidensdruck. Oftmals sind aber diese Rhythmusstörungen mit den bisherigen Methoden (Ruhe- oder Langzeit-EKG) schwer zu diagnostizieren. Insbesondere bei nicht täglich und nur kurz auftretenden Rhythmusstörungen war bisher ein Nachweis eher ein “Zufallstreffer”. So kam zu den ohnehin schon starken Beschwerden oft noch der Vorwurf hinzu sich alles nur einzubilden.
Eine Therapie jeglicher Herzrhythmusstörung ist immer erst möglich mit dem genauen Nachweis im EKG. Die häufigste Rhythmusstörung überhaupt ist das Vorhofflimmern (etwa 1% der deutschen Bevölkerung). Besonders schwer gestaltet sich hier oft der Nachweis, da es oft im Wechsel mit normalem Herzrhythmus auftritt. Die Diagnose zu stellen ist hier besonders wichtig, da neben den Beschwerden und der eingeschränkten Leistungsfähigkeit ein deutlich erhöhtes Schlafanfallrisiko einhergeht. Nur durch die Diagnose ist eine angemessene Therapie, die das Schlaganfallrisiko senkt und Beschwerdefreiheit bewirken kann, überhaupt erst möglich.
Auch bei Neueinstellung, Dosisänderung oder Beginn einer medikamentösen Therapie sowie nach PTCA, Bypass-OP oder Herztransplantation können verstärkt Herzrhythmusstörungen auftreten, deren frühzeitige Diagnose lebensrettend sein kann.
Seit August 2009 steht in unserer Praxis eine neue Möglichkeit zur Diagnostik und Therapieüberwachung von Herzrhythmusstörungen zur Verfügung: der tragbare, externe Eventrecorder.
Mit der neuen Technik ist es nun möglich kurze EKG-Aufnahmen direkt über das Telefonnetz zu uns zu schicken. Somit ist es insbesondere möglich Rhythmusstörungen zu diagnostizieren, die nur kurz anhalten oder seltener auftreten, als dass sie im kurzen Intervall des Langzeit-EKGs nachgewiesen werden. Die Wahrscheinlichkeit nun durch den Nachweis der exakten Rhythmusstörung eine adäquate Therapie beginnen zu können und damit dem Patienten zu helfen ist nun ungleich höher.
Bisher war es nur möglich durch eine kleine Operation einen wenige cm großen EKG-Monitor unter die Haut (meist linker Brustkorb) zu implantieren. Dieser Eingriff hatte viele vor allem leichter betroffene Patienten oft vor einer weiteren Diagnostik ihrer Beschwerden zurück schrecken lassen. Nun ist endlich eine eine ähnliche Technik auch ohne Operation möglich. Der sogenannte “Eventrecorder” als Ereignisspeicher wird ständig mit sich getragen. Bei Beschwerden wird er dann am linken Brustkorb plaziert und das Ergebnis dann unmittelbar über Telefon zu uns übermittelt.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Keine Operation nötig
- Deutlich längerer Überwachungszeitraum als im normalen “Langzeit-EKG”
- Diagnose der Herzrhythmusstörung oft erst möglich
- Therapiekontrolle bestehender Rhyhtmusstörungen
Wenn Sie wissen wollen wie der Eventrecorder funktioniert, klicken sie hier.
Sollten Sie Fragen bezüglich des EKG-Recorders haben oder leiden Sie unter immer wiederkehrenden Rhythmusstörungen, ohne dass bisher eine Diagnose festgestellt werden konnte, sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne.