13.12.2009
Seniorenmesse Butzbach
Schlaflos in Butzbach?
Goethe beschrieb ihn als treuen Freund mit sanftem Schleier, laut Hippokrates ist er eine Pause des Lebens. Schlaf war das Thema des Vortrages, den der Butzbacher Internist und Hausarzt Alexander Koop aus der internistisch-hausärtzlichen Praxis Dr.Rothkegel und Koop am 31.10.2009 im Bürgerhaus Butzbach hielt. Der Vortrag fand im Rahmen der Seniorenmesse statt.
Die Praxis Rothkegel und Koop hat sich neben ihren internistischen Schwerpunkten und der Notfallmedizin auf die Präventivmedizin spezialisiert – ein Gebiet, das sich mit der Früherkennung und Verhütung von Erkrankungen beschäftigt. Ein Bereich, der durch unser Gesundheitssystem leider etwas vernachlässigt wird, für den Einzelnen aber umso wichtiger ist.
Der Vortrag zur Schlafhygiene und Schlafstörungen zeigte einen interessanten Einblick in die so genannte Somnologie (Fachkunde des Schlafens), einen wichtigen Bereich der vorbeugenden Medizin und es fanden sich viele wache Interessierte unter den Besuchern der Butzbacher Seniorenmesse. Koop, der in seiner Gemeinschaftspraxis so genannte ambulante Schlaf-Apnoe-Untersuchungen durchführt, machte auf die Bedeutung der Somnologie aufmerksam, da Schätzungen davon ausgehen, dass ca. 20-30 % der Bewohner der westlichen Welt von Schlafstörungen betroffen sind. Er begann mit einem Überblick über die geschichtliche Deutung des Schlafes und gab einen Ausblick über die biologischen Zusammenhänge. Amüsant gestaltete sich der Ausblick auf die Tierwelt. Der Mensch liegt mit seinen durchschnittlichen 7 h, zwischen Löwe und Elephant. Der Delphin schläft sogar immer nur abwechselnd mit einer Gehirnhälfte.
Warum schlafen wir?
Biologische Hypothesen gehen davon aus, dass der Schlaf für die Erneuerung von Nervenstrukturen und von Botenstoffen im Körper benötigt wird. In der viel zitierten, kurz vor dem Erwachen liegenden REM-Schlaf-Phase (von Rapid-Eye-Movement-Phase wegen der schnellen Augenbewegungen) steigen Blutdruck, Herz- und Atemfrequenz und man vermutet hier auch die geistige Erholung und wichtige Stoffwechselvorgänge. Im Tiefschlaf werden die Körperfunktionen heruntergefahren, auch die Festigung von Gedächtnisinhalten wird hier vermutet. Der Schlaf biete also gleichsam die Möglichkeit zur körperlichen und geistigen Erholung, auch die seelische Ausgeglichenheit hängt davon ab. Die Schlafregulation wird, laut Koop, durch innere Taktgeber des Körpers gesteuert, dazu zählen Hormonsysteme mit ihren tageszeitabhängigen Rhythmen wie z.B. Melatonin, ein Hormon der Hirnanhangsdrüse. Äußere Taktgeber wie das Einnehmen von Mahlzeiten, Tageslicht, Aktivität und der Umgebungsgeräuschpegel spielen dabei aber auch eine bedeutsame Rolle – weshalb der so genannten „Schlafhygiene“ insbesondere bei Schlafstörungen eine große Bedeutung zukommt.
Was passiert wenn wir nicht schlafen?
Bei anhaltenden Schlafstörungen können neben Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen, so Koop, auch psychische Veränderungen wie Depressionen auftreten. Bei dauerhaftem Schlafentzug kann es gar zu Fieber und gar Tod durch Immunschwäche und Infektionen kommen.
Man unterscheidet Einschlaf- und Durchschlafstörungen, sowie eine zu kurze Schlafdauer, häufig sind, laut Koop, die Ursachen der auftretenden Schlafstörungen seelisch bedingt. Man geht allerdings davon aus, dass es sich bei 10% aller Schlafstörungen um schlafbezogene Atemstörungen handelt. Der Sauerstoffmangel führt zu einer kurzfristigen Weckreaktion. Durch die kurzen Schlafphasen fehlt die Erholung. Gleichzeitig kommt es im Körper zu einer Stressreaktion, die zu Blutdruck- und Pulsantieg führen kann und eine Gefahr für das Herz- Kreislaufsystem darstellt. Folgen davon, so der Internist Koop, können neben Tagesmüdigkeit und beispielsweise einer erhöhten Gefahr für Sekundenschlaf, Bluthochdruck und ein erhöhtes Risiko für Gefäßverkalkung, Herzinfarkt und Schlaganfall sein. Die bekannteste schlafbezogene Atemstörung ist das so genannte „obstruktive Schlafapnoesyndrom“. Hierbei kommt es immer wieder zur Verlegung der Atemwege. Manchmal fällt den Angehörigen ein lautes Schnarchen mit Atempausen auf.
Was tun wenn der treue Freund mit Schleier uns im Stich lässt?
Wichtig ist es, so der niedergelassene Arzt Koop, bei Beschwerden sich an den Hausarzt zu wenden, um der Schlafstörung auf den Grund zu gehen. Neben der zunächst erfolgten allgemeinen körperlichen Untersuchung und einem Gespräch über mögliche Ursachen sollte eine Eingrenzung der Schlafstörung möglich sein. Bei Verdacht auf das Vorliegen einer atemabhängigen Schlafstörung sollte ein so genanntes ambulantes Schlaf-Apnoe-Screening, dass eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen ist und von spezialisierten Praxen angeboten wird, durchgeführt werden. Dabei werden über Nacht im eigenen Bett mit einem Gerät verschiedene Informationen wie der Sauerstoffspiegel, Puls und Atemfluss aufgezeichnet. Je nach Ergebnis kann dann das weitere Vorgehen, eventuell auch in Zusammenarbeit mit einem Schlaflabor besprochen werden. Eine Schlafhygiene, wie das Einhalten von festen Ritualen in einer ruhigen, entspannten Umgebung und der Verzicht auf Koffein und Alkohol vor dem Zubettgehen, sowie auch Entspannungstechniken und psychologische Behandlung und der Einsatz von Medikamenten versprechen Möglichkeiten der Schlaflosigkeit entgegen zu treten.
Goethe beschrieb ihn als treuen Freund mit sanftem Schleier, laut Hippokrates ist er eine Pause des Lebens. Schlaf war das Thema des Vortrages, den der Butzbacher Internist und Hausarzt Alexander Koop aus der internistisch-hausärtzlichen Praxis Dr.Rothkegel und Koop am 31.10.2009 im Bürgerhaus Butzbach hielt. Der Vortrag fand im Rahmen der Seniorenmesse statt.
Die Praxis Rothkegel und Koop hat sich neben ihren internistischen Schwerpunkten und der Notfallmedizin auf die Präventivmedizin spezialisiert – ein Gebiet, das sich mit der Früherkennung und Verhütung von Erkrankungen beschäftigt. Ein Bereich, der durch unser Gesundheitssystem leider etwas vernachlässigt wird, für den Einzelnen aber umso wichtiger ist.
Der Vortrag zur Schlafhygiene und Schlafstörungen zeigte einen interessanten Einblick in die so genannte Somnologie (Fachkunde des Schlafens), einen wichtigen Bereich der vorbeugenden Medizin und es fanden sich viele wache Interessierte unter den Besuchern der Butzbacher Seniorenmesse. Koop, der in seiner Gemeinschaftspraxis so genannte ambulante Schlaf-Apnoe-Untersuchungen durchführt, machte auf die Bedeutung der Somnologie aufmerksam, da Schätzungen davon ausgehen, dass ca. 20-30 % der Bewohner der westlichen Welt von Schlafstörungen betroffen sind. Er begann mit einem Überblick über die geschichtliche Deutung des Schlafes und gab einen Ausblick über die biologischen Zusammenhänge. Amüsant gestaltete sich der Ausblick auf die Tierwelt. Der Mensch liegt mit seinen durchschnittlichen 7 h, zwischen Löwe und Elephant. Der Delphin schläft sogar immer nur abwechselnd mit einer Gehirnhälfte.
Warum schlafen wir?
Biologische Hypothesen gehen davon aus, dass der Schlaf für die Erneuerung von Nervenstrukturen und von Botenstoffen im Körper benötigt wird. In der viel zitierten, kurz vor dem Erwachen liegenden REM-Schlaf-Phase (von Rapid-Eye-Movement-Phase wegen der schnellen Augenbewegungen) steigen Blutdruck, Herz- und Atemfrequenz und man vermutet hier auch die geistige Erholung und wichtige Stoffwechselvorgänge. Im Tiefschlaf werden die Körperfunktionen heruntergefahren, auch die Festigung von Gedächtnisinhalten wird hier vermutet. Der Schlaf biete also gleichsam die Möglichkeit zur körperlichen und geistigen Erholung, auch die seelische Ausgeglichenheit hängt davon ab. Die Schlafregulation wird, laut Koop, durch innere Taktgeber des Körpers gesteuert, dazu zählen Hormonsysteme mit ihren tageszeitabhängigen Rhythmen wie z.B. Melatonin, ein Hormon der Hirnanhangsdrüse. Äußere Taktgeber wie das Einnehmen von Mahlzeiten, Tageslicht, Aktivität und der Umgebungsgeräuschpegel spielen dabei aber auch eine bedeutsame Rolle – weshalb der so genannten „Schlafhygiene“ insbesondere bei Schlafstörungen eine große Bedeutung zukommt.
Was passiert wenn wir nicht schlafen?
Bei anhaltenden Schlafstörungen können neben Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen, so Koop, auch psychische Veränderungen wie Depressionen auftreten. Bei dauerhaftem Schlafentzug kann es gar zu Fieber und gar Tod durch Immunschwäche und Infektionen kommen.
Man unterscheidet Einschlaf- und Durchschlafstörungen, sowie eine zu kurze Schlafdauer, häufig sind, laut Koop, die Ursachen der auftretenden Schlafstörungen seelisch bedingt. Man geht allerdings davon aus, dass es sich bei 10% aller Schlafstörungen um schlafbezogene Atemstörungen handelt. Der Sauerstoffmangel führt zu einer kurzfristigen Weckreaktion. Durch die kurzen Schlafphasen fehlt die Erholung. Gleichzeitig kommt es im Körper zu einer Stressreaktion, die zu Blutdruck- und Pulsantieg führen kann und eine Gefahr für das Herz- Kreislaufsystem darstellt. Folgen davon, so der Internist Koop, können neben Tagesmüdigkeit und beispielsweise einer erhöhten Gefahr für Sekundenschlaf, Bluthochdruck und ein erhöhtes Risiko für Gefäßverkalkung, Herzinfarkt und Schlaganfall sein. Die bekannteste schlafbezogene Atemstörung ist das so genannte „obstruktive Schlafapnoesyndrom“. Hierbei kommt es immer wieder zur Verlegung der Atemwege. Manchmal fällt den Angehörigen ein lautes Schnarchen mit Atempausen auf.
Was tun wenn der treue Freund mit Schleier uns im Stich lässt?
Wichtig ist es, so der niedergelassene Arzt Koop, bei Beschwerden sich an den Hausarzt zu wenden, um der Schlafstörung auf den Grund zu gehen. Neben der zunächst erfolgten allgemeinen körperlichen Untersuchung und einem Gespräch über mögliche Ursachen sollte eine Eingrenzung der Schlafstörung möglich sein. Bei Verdacht auf das Vorliegen einer atemabhängigen Schlafstörung sollte ein so genanntes ambulantes Schlaf-Apnoe-Screening, dass eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen ist und von spezialisierten Praxen angeboten wird, durchgeführt werden. Dabei werden über Nacht im eigenen Bett mit einem Gerät verschiedene Informationen wie der Sauerstoffspiegel, Puls und Atemfluss aufgezeichnet. Je nach Ergebnis kann dann das weitere Vorgehen, eventuell auch in Zusammenarbeit mit einem Schlaflabor besprochen werden. Eine Schlafhygiene, wie das Einhalten von festen Ritualen in einer ruhigen, entspannten Umgebung und der Verzicht auf Koffein und Alkohol vor dem Zubettgehen, sowie auch Entspannungstechniken und psychologische Behandlung und der Einsatz von Medikamenten versprechen Möglichkeiten der Schlaflosigkeit entgegen zu treten.